Immer Unterwegs

 

Das Auto hat uns viele Annehmlichkeiten beschert, ohne das Auto wäre unsere Zivilisation nicht so weit gekommen.

Wir benutzen das Auto für alle Angelegenheiten, ob es nun das Einkaufen ist, zum Friseur zu fahren, die gute Freundin oder den Freund zu besuchen, das Kind zur Schule zu bringen und den Partner zum Bahnhof usw. und regen uns darüber auf, dass keine geeigneten Parkplätze vorhanden sind, wenn wir einen suchen.

Die Parkflächen werden auch immer kleiner oder werden unsere Autos immer größer?

Wie dem auch sei, wenn wir etwas verändern möchten, müssen wir erst bei uns anfangen.

Im letzten Jahr habe ich jemanden kennengelernt, der sein Leben auf seinem Fahrrad verbringt. Natürlich hat er einen festen Wohnsitz, so ist es ja nicht, York, so heißt er, erledigt alles mit seinem Fahrrad.

Es war im letzten August, wo mich ein Telefonat erreichte, was mich sehr gefreut hat.

Mein Gesprächspartner möchte ein B-Turtle mieten und er erklärte mir auch gleich wo er damit hinfahren wollte.

Ich war begeistert von seinem Ziel, aber dazu später mehr.

Wir beide machten es kurz, ich nahm seine Daten auf, um ihm die Unterlagen für das
Mieten des B-Turtle zuzuschicken.

Am Ende des Gesprächs sagte er mir, dass er vorher noch mal vorbeikommen würde um sich das B-Turtle einmal anzuschauen.

Ich freute mich auf seinen Besuch, zumal er mir andeutete, dass er einen Freund im Nachbarort hat.

Jetzt mag man denken, dass York aus einem Dorf kommt was hier um die Ecke liegt, weit gefehlt, er kommt 60 km weit weg.

Ein Termin war schnell gefunden.

An dem Tag, an dem York vorbeikam, schien nicht die Sonne, aber das spielt für einen Fahrradfahrer, der immer mit seinem Fahrrad unterwegs ist, keine Rolle.

Ich wartete geduldig an dem Tag, wo wir uns verabredet hatten, und war gespannt wer da nun kommt.

Hinterdrein fuhren York und sein Freund bei mir vor, wir waren uns gleich sympathisch und stiegen sofort in ein interessantes Gespräch ein.

Zu allererst bestaunte ich sein Fahrrad, zudem es allerhand zu erzählen gibt.

(Siehe Fotos unter „Immer Unterwegs“)

Die Informationen waren für mich überwältigend, ich war schlicht weg überfordert, was mir York alles erzählte. Aber jetzt wird mir einiges klar, wie er so viele Kilometer mit seinem Fahrrad zurücklegen konnte, ohne einmal die Akkus aufzuladen.

Es verging einige Zeit, bis wir auf das B-Turtle zu sprechen kamen und er mir erzählte, was er damit vorhatte.

Ein Bekannter von ihm würde im September heiraten und er benötigt das B-Turtle zum Übernachten, während er damit nach Bayern fährt, wo die Hochzeit stattfindet.

Vorher möchte er aber noch zum ersten Fahrradwohnwagentreffen, was im September in Wünschendorf bei Gera ausgerichtet wird.
Nah, das haute mich vom Hocker, aber er hat es geschafft und kam wohlbehalten, nicht ganz ohne Pannen, wieder zurück.

York ist ein Beispiel dafür, wie wir uns verändern könnten, wenn wir wollten.

Natürlich brauchen wir das Auto weiterhin, gerade dann, wenn wir eine Familie haben, oder weit draußen wohnen, wo es sehr schlecht ist mit dem Fahrrad etwas ausrichten zu können.

Also, habt Spaß und lasst Euer Auto öfter mal stehen, mehr sehen, hören und fühlen.

Ausreden gibt es nicht!

Euer Axel